Im Podcast „Mikro trifft Makro – Das Finanzmarktgespräch“ sprechen Deka-Chefvolkswirt Dr. Ulrich Kater und Moderator Dirk Huesmann über alles, was die Welt und die Börsen aktuell bewegt. Dabei gehen sie auf tagesaktuelle Ereignisse ein und beleuchten die Hintergründe des Marktgeschehens. Grundlegende Marktmechanismen und -zusammenhänge werden immer wieder ein Thema sein. Reinhören lohnt sich:
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Lesen Sie hier die wöchentliche Kolumne von Dr. Ulrich Kater mit seiner Einschätzung zu aktuellen Themen aus der Finanzwelt:
Großes Aufatmen an den Kapitalmärkten zu Beginn der vergangenen Woche: Die ausgerufene Waffenruhe im Nahen Osten hat in nahezu allen Marktsegmenten eine kräftige Erholung ausgelöst. Da aber der Ausgang der angesetzten Verhandlungen kaum absehbar ist, bleiben die Märkte angespannt, sodass ein Teil der anfänglichen Kursgewinne wieder abgegeben wurde. Der Ölpreis ist zwar deutlich gesunken, wird aber weiterhin auf vergleichsweise hohem Niveau gehandelt; dementsprechend sind die Inflationserwartungen nur moderat zurückgegangen.
Unterdessen versuchen die makroökonomischen Analysten, sich einen Überblick über die gesamtwirtschaftlichen Schäden zu verschaffen, die sechs Wochen Krieg an einer der wichtigsten Handelsrouten der Weltwirtschaft angerichtet haben. Dabei wird davon ausgegangen, dass es aufgrund der technischen und logistischen Schwierigkeiten bei der Wiederaufnahme von Produktion, Transport und Weiterverarbeitung von Rohöl selbst im besten Fall einer schnellen, tragfähigen Einigung aller Konfliktparteien bis weit in die zweite Jahreshälfte dauern würde, bis sich das Angebot am globalen Ölmarkt normalisiert. Bei Erdgas wird die Rückkehr zur Normalität wegen der teilweisen Zerstörung von Produktionsinfrastruktur sogar noch längere Zeit brauchen.
Es dürfte daher bis ins kommende Jahr dauern, bis die Preise an den Energiemärkten eine nachhaltige Entspannung erfahren. Dementsprechend fallen die Konjunkturprognosen für das Jahr 2026 für die USA, Europa und Asien niedriger, die Inflationsprognosen höher aus als vor dem Konflikt. Noch bleiben diese Korrekturen moderat. Eine Verlängerung der Blockade würde allerdings neben den humanitären auch die gesamtwirtschaftlichen Schäden immer weiter vertiefen.
Veröffentlicht am: 09. April 2026
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